Was steckt eigentlich hinter begreifen?

„Gutes Design befähigt,
schlechtes Design behindert.“

Paul Hogan


  • Connector.

    Inklusion als Leitgedanke

    Inklusion steht für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch gleichberechtigt seine Menschenrechte und Grundfreiheiten ausleben kann. Doch die Gestaltung einer Gesellschaft im Sinne der Inklusion ist nicht nur eine Aufgabe der Politik, sondern fordert eine aktives Mitmachen und Umdenken aller.

  • Connector.

    Variables Tafelsystem

    Das Bauwerk wird in drei verschiedene Ansichten aufgeteilt, welche ertastet werden können um dann mit dem gegebenen räumlichen Vorstellungsvermögen zu einem gedanklichen Bauwerk zu werden. Wie dieses System aussieht und genauer funktioniert erfahren sie unter „So funktioniert´s“

  • Connector.

    Moderne Technik

    Die einzelnen Relieftafeln entstehen in einem 3D Druckverfahren mit Papier. Diese Technik steckt noch in den Kinderschuhen, doch die Nachfrage nach 3D Druckern steigt und zeigt, dass hier die Zukunft liegen kann. 3D Drucker sind dank öffentlicher Institutionen inzwischen für jeden zugänglich, der Freude daran hat, sich mit Technik auseinander zu setzten und seine kreativen Ideen zu verwirklichen. Durch diese Zugänglichkeit wird der Architekturführer nicht nur als Produkt, sondern auch als Datenpaket zum eigenständigen downloaden angeboten.


„begreifen – Architektur mit fingerspitzengefühl“ ist die Diplomarbeit von Sonja Lorenz. Die Intention dahinter ist die Gestaltung einer Medium, welches von sehenden und blinden Menschen gemeinsam genutzte werden kann um Architektur begreifen zu können.

Durch die Förderung der Fähigkeiten blinder Menschen wird auch für den sehenden Menschen ein Mehrwert geschaffen. Ihm wird ein neuer Zugang zur Architektur aufgezeigt. Es entsteht die Möglichkeit eines Austausches über Architektur auf Augenhöhe, ohne einander durch mehr Informationen überlegen zu sein.

So fördert „begreifen“ das Bewusstsein dafür, was durch unsere heutige Umwelt behinderte Menschen im Stande sind zu leisten.

be | grei | fen


1. etwas geistig erfassen, in seinen Zusammenhängen erkennen, verstehen

2. Verständnis für jemanden oder etwas haben; jemanden, sich in seinem Denken, Fühlen und Handeln verstehen

3. für etwas halten, als etwas betrachten; eine bestimmte Vorstellung (von jemandem, etwas) haben


Das Wort begreifen trägt alle wichtigen Bedeutungen, um welche es in dieser Arbeit geht, in sich. Begreifen steht sowohl für die physikalische, wie auch die mentale Handlung. Es geht nicht nur um das Verstehen, wie sich die Brücke aus den drei Ansichten zusammensetzt, sondern viel mehr auch um das Verständnis für blinde Menschen in unserer Gesellschaft und wie wir den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft gemeinsam gehen können.


Der Wunsch für die Zukunft

Die Webseite kann in Zukunft nicht nur zum Vertrieb der Produkte und Daten dienen, sondern sich zu einer Plattform entwickeln, auf der jeder einen inklusiv gestalteten Architekturführer anbieten kann. Jeder kann eigene 3D-Daten hochladen und Führer für weitere Bauwerke konzipieren.
Das Angebot von druckfähigen Daten macht den Nutzer unabhängig von spezialisierten Anbietern. Mit den fertigen 3D-Daten kann der Nutzer zu einem Dienstleister seines Vertrauens gehen, ohne sich selbst groß damit befassen zu müssen, wie diese Daten zu erstellen sind. Es wird so ohne große Fachkenntnisse ermöglicht, eine Umwelt im Sinne der Inklusion mitzugestalten. „begreifen“ kann die Schnittstelle zwischen Erstellern und Nutzern bilden, ganz im Sinne des Gedankens der UN-Behindertenrechtskonvention:

„nicht ohne uns über uns“.

Es wird möglich, ein breites Spektrum an aufgearbeiteten Bauwerken zu erstellen, die für jeden Bürger frei zugänglich sind. So kann Inklusion greifbarer und realisierbarer werden.

Die Beteiligten an diesem Projekt:

Sabine Lorenz – Hörbuchtexte
Jan Seiker – Sprecher
Eva Begemann und Sonja Lorenz – Produktfotografie
Janina Damm, Sven Jäger und Sonja Lorenz – Website Gestaltung und Programierung
Fabian Wilczek und Sonja Lorenz – Texte für die Website
Uwe Boden und Bernd Draser – Betreuende Dozenten